
Mein Herz hält dir vor mein Wort: "Ihr sollt mein Antlitz suchen." Dein Antlitz, Herr, will ich suchen, darum verbirg nicht dein Antlitz vor mir. Psalm 27, 8/9
Ich finde die laufenden, wissenschaftlichen Untersuchungen bezüglich dieses Abbildes sehr interessant, vor allem, da man bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine plausible Erklärung zu Entstehung dieses Bildes vorlegen kann. Es soll, den Evangelien zufolge, zusammen mit dem Leichentuch Jesu an gesonderter Stelle im leeren Felsengrab aufgefunden worden sein.
Das Volto Santo (Heiliges Antlitz) erscheint in einem Schleier aus Byssusgewebe, sogenannter Muschelseide, die aus Perlmuttfäden besteht. Auf dem im Gegenlicht durchsichtigen Stoff ist bei wechselndem Blickwinkel ein männliches Gesicht zu erkennen, welches Schwellungen und Spuren von Gewalteinwirkung zeigt und das nach der Überlieferung die wahren Züge Christi widergibt. Nach heutiger Kenntnis ist die Herstellungsstechnik des Volto Santo unbekannt, weswegen es auch heißt: "nicht von Menschenhand gemacht." Nach eingehenden, seriösen Untersuchungen in den letzten Jahren kann gesagt werden, dass es mit Sicherheit nicht bemalt und auch nicht bedruckt ist. Das Antlitz entsteht offensichtlich durch prismatische Lichtbrechungen im Perlmutt des Gewebes. Der Stoff reflektiert Licht farbig-irisierend,wie es bei Insekten, Vögeln, oder eben Muscheln zu beobachten ist. Der Schleier scheint das vera ikon, das wahre Bild (Veronika) zu sein: die zentrale Reliquie, das Vor - und Urbild ungezählter Ikonen und Christusdarstellungen. Er wird in Italien, in der kleinen abruzzesischen Stadt Manoppello seit Jahrhunderten von Kapuzinern aufbewahrt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass dieses Christusbild absolut deckungsgleich ist mit dem Gesicht auf dem in Turin aufbewahrten Grabtuch Christi. Auch bei dem Turiner Grabtuch rätselt man bis heute, wie die Abbildung auf dem Leinen entstanden ist.



