
painting by William C. Ressler
Natürlich ist das Bild reichlich naiv gemalt. Aber es zeigt unmißverständlich, wohin unsere sogenannte Zivilisation hin steuert - geradewegs in den Abgrund. Es braucht dabei noch nicht einmal rege Phantasie, es reicht, die Fakten nüchtern zu addieren, um zu einem niederschmetternden Ergebnis zu kommen.
Die Unruhe unserer Zeitgenossen nimmt zu. Wie oft hören wir die Leute sagen, dass alles immer schlechter geht, das Sitten und Moral nicht mehr das sind, was sie früher einmal waren.
Inmitten dieser Welt, in der die Arbeit eher als Zwang denn als Befreiung empfunden wird, in der die Zeit für Freizeitbeschäftigungen sich vermehrt, in der die Familien zerbrechen, stellt die Gleichgültigkeit die Lebensregel dar und ist die Einsamkeit eine echte Krankheit. Was haben wir nur getan?
In einer Zeit, in der das Geld König ist, der Egoismus beinahe eine Tugend und die Gewalt eine Alltäglichkeit, haben wir den Eindruck, dass die Welt in ihr Verderben rennt! Sind wir noch normal?
Dieser gesellschaftliche Niedergang, gepaart mit einer Umweltzerstörung bis jetzt nicht gekannten Ausmaßes sowie der wie selbstverständlich hingenommenen Tendenz, alle Probleme (Staatsverschuldung, Atommüll, Ressourcenplünderung, geistige Verblödung durch Massenmedien) auf nachfolgende Generationen zu schieben, nur , um den Lebensstandard von heute halten zu können, kann man nur als Krank bezeichnen.
Gegen den einst so ehrbaren Fortschritt wird nun Klage erhoben. Zwar erzählt uns die politische Führung, das dies alles nur eine vorübergehende Wachstumskrise sei, aber die zunehmende Verworrenheit der Geister zeigt, dass das Übel wohl wesentlich tiefer liegt.
In unserer nur sehr relativen idealen Gesellschaft wäre es interessant, abzuschätzen, welchen Preis unsere moderne Auffassung von Lebensqualität in Wirklichkeit an Menschenqualität kostet. Es wäre abzuschätzen, was den Menschen z. B. der Niedergang der moralischen und religiösen Werte kostet, die Abwertung der philosphischen Gedanken, die zur Eleganz pervertierte Lässigkeit und der zum Abgott erhobene Egoismus.
Die Bejahung der Autonomie und die vielfach gepriesene Selbstverwirklichung des Menschen macht aus ihm ein von seiner Gemeinschaft weit entferntes egoistisches Einzelwesen.
Die Verherrlichung der Rechte ohne die Wechselbeziehung mit den Pflichten führt dazu, das die Autorität der Institutionen angefochten wird. Das zügellose Trachten nach leichtem Leben und Freizeit entwertet die Würde der Arbeit und faktisch auch des Menschen.
Wir sind uns immer mehr bewußt, dem Todeskampf einer sterbenden Welt beizuwohnen. Angesichts dieser ebenso traurigen, wie beängstigenden und frustrierenden Bilanz können wir nicht umhin, eine Parallele zum Untergang des Römischen Reichs vor etwas mehr als 1500 Jahren zu ziehen.
Wir haben die Liebe zum Luxus und zum Geld, den Ruin der Staatsfinanzen und den immer größeren Wohlstand einer immer größer werdenden "Elite" bei gleichzeitig immer größer werdender Armut des anderen Teils der Bevölkerung. Wir preisen die materiellen Reichtümer und frönen einer geistigen und körperlichen Bequemlichkeit und Dekadenz, deren Folgen und Kosten unser Gesundheitsystem geradewegs zum kollabieren bringt.
Wegen der Gewinnmaximierung stehen der Intrige, der Gier, dem Lug und Trug alle Türen offen und alle Anerkennung zur Verfügung.
Es ist beileibe keine Schwarzmalerei von mir (auch wenn es so scheinen sollte), sondern lediglich eine Aufzählung von Fakten, die eigentlich fast jeder bestätigen kann.
Wir können den sprichwörtlichen "Schalter" umlegen, um unseren Hals noch rechtzeitig aus der Schlinge zu ziehen - aber es muß sehr bald geschehen und ein jeder kann bei sich im Kleinen damit anfangen - im Verhältnis zu unseren Mitmenschen, beim Energieverbrauch, bei der Gestaltung unserer Umwelt. Es geht - wenn wir wirklich wollen!
Das die Welt eine andere, eine bessere wäre, würden wir uns nur annähernd an die Zehn Gebote halten, ist eine Binsenweisheit! Aber ebendrum ist es wichtiger denn je, Jesu Worte ernstzunehmen, wenn er sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater denn durch mich" - so unglaublich sie auch manchem klingen mögen!